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Bonner Bogen
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Der Bonner Bogen ist ein Neubaugebiet zwischen den rechtsrheinischen Bonner Stadtteilen Ramersdorf und Oberkassel im Stadtbezirk Beuel. Bis Ende der 1980er-Jahre befand sich dort eine Fabrik zur Herstellung von Zement; das fĂŒhrte zur Bezeichnung des Areals als Zementfabrik. Seit Mitte der 2000er-Jahre befinden sich auf dem GelĂ€nde unter Beibehaltung einiger denkmalgeschĂŒtzter GebĂ€ude BĂŒro-, Restaurant- und HotelflĂ€chen. Die darauf folgenden Bauabschnitte am Rheinufer werden als „Rheinwerk 1 bis 3“cite-ref-1[1]cite-ref-2[2] und der spĂ€ter errichtete Komplex an der Bahnlinie als „Rheinpalais“ bezeichnet.

Contents

‱ Lage
‱ Geschichte
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Lage

Das Neubaugebiet liegt auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Zementfabrik am rechten Rheinufer, zwischen Oberkassel im SĂŒden und Ramersdorf im Norden. Der Rhein vollzieht dort eine markante, teilweise durch eine „Prallmauer“ aus Basaltblöcken gesicherte Westbiegung im Bereich der Konrad-Adenauer-BrĂŒcke.cite-ref-3[3] Im SĂŒden schließt sich das GelĂ€nde der ehemaligen Sackfabrik Duwe auf Oberkasseler Seite an, im Nordwesten der Limpericher Teil der Rheinaue. In der NĂ€he liegen der Bahnhof Bonn-Oberkassel und das Ernst-Kalkuhl-Gymnasium. Die Rechte Rheinstrecke verlĂ€uft östlich des Bonner Bogens ĂŒber die 2005 eröffnete UnterfĂŒhrungcite-ref-4[4] der Heinrich-Konen-Straße. Das GelĂ€nde ist seit der Umgestaltung ĂŒber die Karl-Duwe-Straße, Joseph-Schumpeter-Allee, das Oberkasseler Ufer und das Hermann-Bleibtreu-Ufer erschlossen. Senkrecht auf die Rheinuferpromenade stĂ¶ĂŸt die Rheinwerkallee, die vom Karl-Zuse-Platz am Wasserturm vorbeifĂŒhrt und zwischen RohmĂŒhle und „Direktorenvilla“ endet. Östlich des Bonner Bogens mĂŒndet der Ankerbach in den Rhein.

Geschichte

Zementfabrik wird Entwicklungsbereich

Die Industrieanlage war 1853 in der Region des Bonner Bergwerks- und HĂŒtten-Vereins entstanden. Dies geschah unter der FĂŒhrung von Hermann Bleibtreu, der den Portlandzement in Deutschland einfĂŒhrte. Am 12. Juni 1856 erhielt er die Genehmigung zur Zementherstellung. Aufgrund der fĂŒr den Transport gĂŒnstigen Lage am Rhein und der NĂ€he zur Braunkohle- und Alaungewinnung auf der Ennert-Hardt wurde das GelĂ€nde zwischen Beuel und Oberkassel ausgewĂ€hlt. 1858 begann dann – vorerst nur am sĂŒdlichen Ende des heutigen GelĂ€ndes – die Herstellung im „Bonner Portland-Zementwerk“. Anfangs waren sechs Schachtöfen in Betrieb. Nach Buxtehude (1850) und ZĂŒllchow bei Stettin (1855), war das Ramersdorfer Werk das dritte zur Herstellung von Portlandzement im damaligen Deutschen Bund. Nach Eröffnung der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke (1870) erhielt das Werk Anschluss an den Bahnhof Oberkassel, auch postalisch war es unter Oberkassel verzeichnet.cite-ref-5[5]

Entwicklung und Niedergang

Im Laufe der Zeit wurde das Areal um das ehemalige Zementwerk um weitere Fertigungs- und VerwaltungsgebĂ€ude nach Norden hin erweitert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand eine große Werft- und Verladeanlage, die wĂ€hrend der BlĂŒtezeit der Zementbranche um das Jahr 1900 um zwei SchleppkrĂ€ne erweitert wurde. 1897/98 folgte der Bau des Wasserturms zur Sicherung des Werkes gegen Brand.cite-ref-objektf-hrer-6-0[6] Von 1909 bis 1911 wurde von HĂŒser & Cie ein 60 Meter hoher und 2,5 Meter weiter, zylindrischer Schornstein nach dem Weber-System errichtet.cite-ref-7[7]

Nachdem der Wicking-Konzern eine Übernahme des Werkes versucht hatte, wurde ein Freundschaftsvertrag mit der Firma Dyckerhoff geschlossen, spĂ€ter kam es zur Fusion. WĂ€hrend der Weltwirtschaftskrise ab 1929 schrĂ€nkte die Zementfabrik ihre Produktion erheblich ein, die Mitarbeiterzahl ging von vormals bis zu 450 auf nur noch 40 am Jahresende 1932 zurĂŒck.cite-ref-8[8]

WĂ€hrend des Nationalsozialismus hieß das Werk „Bonner Portland-Zementwerk Aktien-Gesellschaft“ und gehörte zu einem reichsweiten Zusammenschluss der Zementindustrie. Die Produktion wurde fĂŒr Autobahn-, Industrie- und RĂŒstungsbauten weiter erhöht, Bonner Zement kam etwa im Westwall zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg gab es keine schweren SchĂ€den.

1946 erhielt das Zementwerk von der alliierten MilitĂ€rregierung wieder die Genehmigung zur Zementherstellung, nach der WĂ€hrungsreform 1948 konnte der Betrieb wieder voll aufgenommen werden. 1964 hatte das Werk 430 BeschĂ€ftigte. 1985 wurde es vollstĂ€ndig von der Dyckerhoff AG in Wiesbaden ĂŒbernommen, die das Werk unter anderem um ein Klinkersilo erweitern ließ.cite-ref-objektf-hrer-6-1[6]cite-ref-10[9.1]

Die Dyckerhoff AG stellte 1986 aufgrund einer neuen Firmenstrategie sowie gestiegenen Umweltschutzauflagen die Produktion in dem Zementwerk ein, schloss den Betrieb Ende 1987cite-ref-11[10] endgĂŒltig und verkaufte die gesamte Liegenschaft 1988 an eine bayerische Immobiliengesellschaft, die das GelĂ€nde spĂ€ter durch die LEG ĂŒberplanen ließ.cite-ref-12[11]

Im selben Jahr begann der Abriss der Werksanlagen, der im Juni 1990 mit der Sprengung von zwei Silos und einem Turm fortgesetzt wurdecite-ref-heimatverein-13-0[12] und bis ins Jahr 2002 dauerte. Von den GebĂ€uden, die sich um einen Hof gruppierten, verblieben nach Abbruch des VerwaltungsgebĂ€udes (um 2000), der Remise und des WerkstattgebĂ€udes, nur die seit 1989 unter Denkmalschutz gestellten Bautencite-ref-14[13]: die Direktorenvilla, die „RohmĂŒhle“ – in der Kalk und Gestein fĂŒr die Zementproduktion zerrieben wurden – und der Wasserturm.

Die sogenannte „TiefenenttrĂŒmmerung“ des ehemaligen WerksgelĂ€ndes blieb dem neuen EigentĂŒmer ĂŒberlassen und zog sich noch ĂŒber mehrere Jahre hin.cite-ref-15[9.2] Auch die sĂŒdlich des Zementwerks liegende Papiersackfabrik Duwe stellte ab 1990 ihre Produktion ein.

1974 wurde zur Förderung des Ausbaus und der Neuordnung des damaligen linksrheinischen Parlaments- und Regierungsviertels eine stĂ€dtebauliche Entwicklungsmaßnahme begrĂŒndet. Sie umfasste von Beginn an auch rheinnahe Gebiete im rechtsrheinischen Stadtbezirk Beuel („Beuel-SĂŒd“), auf die das Viertel – einschließlich einer Verbindung ĂŒber den Rhein – ausgeweitet werden sollte. Nach der Schließung und dem Verkauf der Zementfabrik 1987/88 bot sich die Gelegenheit, auch dieses Gebiet mittelfristig in den Entwicklungsbereich einzubeziehen und es zu einem „stĂ€dtebaulichen BrĂŒckenkopf“cite-ref-16[9.3] zu gestalten.

Von der Zementfabrik zum Innovationspark

Auf der Basis des weiterentwickelten stĂ€dtebaulichen Rahmenplans von 1985 wollte im Jahr 1989 das Bonner Technologieunternehmen Klöckner-Moeller seine Hauptverwaltung von der Bonner Weststadt auf die sĂŒdöstlichen HĂ€lfte des ehemaligen ZementfabrikgelĂ€ndes verlagern.cite-ref-17[14] und richtete 1990 zusammen mit der Stadt Bonn, der Bayerischen Immobilien Leasing GmbH, als neuer EigentĂŒmer des GelĂ€ndes und dem Bund einen nicht offenen stĂ€dtebaulichen Ideenwettbewerb fĂŒr die Neubebauung des GelĂ€ndes unter BerĂŒcksichtigung eines Standortes fĂŒr das Unternehmen aus. In der nordwestlichen HĂ€lfte des Gebiets sollten hauptstadtbedingte Bundeseinrichtungen, darunter Bundesministerien, entstehen.cite-ref-18[9.4]

Dazu wurden sieben Teilnehmer eingeladen, unter anderem die BĂŒros von Speer & Partner, Gerkan, Marg und Partner und Auer Weber.cite-ref-19[15] Alle lokalen Bewerber waren von der Stadt in zwei Gruppen „gebĂŒndelt“ worden und galten als ein Teilnehmer. Die Jury unter dem Vorsitz von Hans Kammerer tagte am 25. Juni 1990. Siegreich, wegen des „Tricks“ die Konzern-Hauptverwaltung vom Landgrabenweg her ĂŒber eine neue „Rheinallee“ zu erschließen, war in der 1. Stufe die Bonner Architektengruppe 2 mit van Dorp/Schmidt, Riemann+Roy, Volkhard Weber und Ralph Schweitzer. „Den zweiten Platz belegte der Entwurf des norwegischen Architekten Niels Torp. Platz drei ging an den Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan“ sowie zwei AnkĂ€ufe an Auer & Weber und an BHLM (Beucker Haider Langhammer Maschlanka). „Das Preisgericht habe sich „einhellig“ fĂŒr den Entwurf des Bonner Architektengespanns entschieden. Die Wahl der drei Modelle bilde eine gute Grundlage fĂŒr die Verwirklichung des Projekts... [Ratsmitglied] PĂŒtzer rĂ€umte ein, dass ursprĂŒnglich das Modell des Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan (Marg und Partner) vom Preisgericht favorisiert worden sei. Der halbrunde Doppelturm in der Mitte des BĂŒrokomplexes habe an die frĂŒhere Zementfabrik erinnert.“cite-ref-20[16] Im August stellte van Dorp dann auf einer BĂŒrgerversammlung, in der die Verwaltung nicht gut wegkam, den Entwurf vor und nannte einige markante Gestaltungsmerkmale: Durch den Umbau des Landgrabenweges wĂŒrden völlig neue Verkehrsbeziehungen in diesem Gebiet entstehen. Die Autofahrer, die zu ihren ArbeitsplĂ€tzen wollten, könnten durch den Strassenumbau dorthin gelangen, ohne ĂŒber die Königswinterer Strasse zu fahren. Außerdem sei in der Planung ein direkter Zugang zum Rhein berĂŒcksichtigt worden, den es bislang dort nicht gebe. „Durch unseren Entwurf macht der U-Bahnhof in Ramersdorf nachtrĂ€glich erst Sinn, weil er in das neu zuschaffende Areal miteinbezogen ist.“cite-ref-21[17]

Weil die „Gestaltungsmerkmale“ des 1. Preises offenbar nicht ĂŒberzeugten, sollte der Norweger Torp den Planungsauftrag erhalten, „Wegen der hervorragenden architektonischen Lösung, wegweisend in der Verwaltungsbau-Architektur“, aber „in Zusammenarbeit mit der Bonner Architektengruppe“, das teilte drei Monate spĂ€ter Emil Seidel, stellvertretender Vorstands-Vorsitzender von Klöckner-Moeller, mit und fĂŒgte hinzu: „Mit der RohmĂŒhle kann man nichts anfangen, weil dort keine menschenwĂŒrdigen BĂŒros geschaffen werden können. Der Klotz ist ein Hindernis, von dem wir uns gerne trennen wĂŒrden.“cite-ref-22[18] In der darauffolgenden 2. Stufe arbeiteten die PreistrĂ€ger das Thema Architektur im Sinne der Corporate Identity stĂ€rker heraus.

Klöckner-Möller verwarf jedoch ein halbes Jahr spĂ€ter seine NeubauplĂ€ne aufgrund einer neuen Firmenstrategiecite-ref-23[19] und wegen „Differenzen mit der Stadt“ ĂŒber den Abriss der historischen GebĂ€ude. Im MĂ€rz 1991 hatte nĂ€mlich „Gert Moellercite-ref-24[20] das Zepter an seinen Schwiegersohn Emil Seidel abgegeben“.cite-ref-25[21]

Der RĂŒckzieher von Klöckner-Moeller, die extrem unterschiedlichen Wettbewerbsergebnisse, sowie die abstrakten Vorstellungen fĂŒr eventuelle Bauten des Bundes an dieser Stelle, waren nicht hilfreich bei der FlĂ€chenaufteilung des gesamten Gebietes, weshalb die zukĂŒnftige Neuordnung und Nutzung offen blieben.cite-ref-26[22] Mit dem Beschluss zur Verlegung des Parlaments- und Regierungssitzes nach Berlin (1991) Ă€nderte sich daher die bisherige Zielsetzung fĂŒr den Standort Zementfabrik in Richtung einer gĂ€nzlich privaten Verwertungsstrategie.cite-ref-18-1[9.4]

Erst die Auseinandersetzung ĂŒber den Umfang der Unterschutzstellung der verbliebenen Bausubstanz des Zementwerks bewirkte die Eintragung in die Denkmalliste. Das GelĂ€nde war inzwischen weitgehend gerĂ€umt, so dass nur noch fĂŒnf denkmalwerte Objekte blieben.cite-ref-27[23] Die ĂŒbergeordnete Planung fĂŒr das Gesamtareal sowie die Ausschreibung des Wettbewerbs sahen daher den Erhalt der denkmalgeschĂŒtzten Überreste der Zementfabrik (RohmĂŒhle, Direktorenvilla, Remise/Spritzenhaus WerkstattgebĂ€ude und Wasserturm) sowie den Bau einer Rheinuferpromenade anstelle der ehemaligen Kaianlagen vor. Dazu wurde im Januar 1991 durch die Untere Denkmalpflegebehörde ein stĂ€dtebauliches Planungsgutachten in Auftrag gegeben.cite-ref-28[24]

Im weiteren Verlauf hielt die Stadt Bonn an ihrer Absicht fest, die Konversion des GelĂ€ndes auf dem Wege der Entwicklungsmaßnahme zu steuern. Die Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) als EntwicklungstrĂ€ger begann mit Anstrengungen fĂŒr den Grunderwerb.cite-ref-15-1[9.2] Ende 1992 erwarb sie das GrundstĂŒck der ehemaligen Sackfabrik Duwe.cite-ref-18-2[9.4] FĂŒr die Neuordnung des gesamten Standorts wurden im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Kosten von 70 Millionen DM veranschlagt, davon 45 Millionen DM fĂŒr den Grunderwerb des ZementfabrikgelĂ€ndes.cite-ref-29[9.5] FĂŒr die Vorfinanzierung der notwendigen Erschließungsmaßnahmen wurde auf die bereits erzielten Erlöse aus der Entwicklungsmaßnahme Bonn-Hardtberg zurĂŒckgegriffen, außerdem stellte der Bund Mittel aus der sogenannten „Soforthilfe“ bereit, die ab 1992 an die StĂ€dte und Gemeinden der vormaligen Hauptstadtregion ausgezahlt wurde.cite-ref-29-1[9.5] Die förmliche Einbeziehung des aus der ehemaligen Zementfabrik und angrenzenden FlĂ€chen bestehenden, etwa 15 ha großencite-ref-30[9.6] Erweiterungsgebiets in die nunmehr so benannte Entwicklungsmaßnahme Bundesviertel erfolgte durch eine Rechtsverordnung am 25. September 1993.cite-ref-29-2[9.5] Ende des Jahres 1993 kam der erste Kaufvertrag zwischen der LEG und dem EigentĂŒmer des ZementfabrikgelĂ€ndes zu Standecite-ref-15-2[9.2], worauf die LEG fĂŒr die BIL und die Stadt Bonn im Jahr 1994 eine Planungsstudie an das Bonner BĂŒro fĂŒr Architektur und StĂ€dtebau in Auftrag gab.cite-ref-31[25] Vorgesehen war eine „durchgrĂŒnte Wohn- und Verwaltungsstadt“, die den Bereich beiderseits der Bahnlinie vom Rhein bis zur Königswinterer Straße umfasste.

1995 gab der PrivateigentĂŒmer der ĂŒbriggebliebenen ZementfabrikgebĂ€ude seine Vermarktungsabsichten fĂŒr den Standort auf und bot den ihm noch gehörenden Grundbesitz dem EntwicklungstrĂ€ger zum Kauf an.cite-ref-15-3[9.2] Der Kaufvertrag wurde Ende 1995 abgeschlossencite-ref-32[9.7]. Insgesamt nahm der Grunderwerb bis 1996 Kosten in Höhe von 54 Millionen DM in Anspruchcite-ref-33[9.8], davon leistete der Bund mit 36 Millionen DM einen Förderanteil von zwei Dritteln aus Mitteln der sogenannten „Soforthilfe“cite-ref-15-4[9.2], die im Rahmen der auf dem Berlin/Bonn-Gesetz basierenden Vereinbarung ĂŒber die Ausgleichsmaßnahmen fĂŒr die Region Bonn (1994) an die StĂ€dte und Gemeinden der vormaligen Hauptstadtregion ausgezahlt wurde.

Inzwischen war das gesamte Entwicklungsgebiet aufgeteilt in die Zone 1 (ehemalige Zementfabrik), die Zone 2 (Bahnlinie bis Königswinterer Straße mit dem „Dahlienfeld“) und die Zone 3 (Zementfabrik bis zum Landschaftsschutzgebiet an der Bundesautobahn A 562). Unter anderem war es als Planungsgebiet fĂŒr die DARA, die Detecon die EuropĂ€ische Zentralbankcite-ref-34[9.9], das Forschungszentrum caesar, ein Luxushotel und ein Hochhaus fĂŒr die Post im GesprĂ€ch.cite-ref-35[26]

Das GelĂ€nde der Zementfabrik, das sich nun im Besitz der Stadt Bonn befand, war anfangs noch in die Hauptstadtplanung mit eingeschlossen. Nach dem Hauptstadtbeschluss 1991 wies die Stadt den Standort als Sonderentwicklungsgebiet fĂŒr innovative Industrien aus, um sicherzustellen, dass das GelĂ€nde seinem AttraktivitĂ€tsgrad entsprechend genutzt wird.cite-ref-36[27]

ZunĂ€chst gab es aber Auseinandersetzungen um die Nutzung des GelĂ€ndes. So sprach sich die Bonner CDU 1999 dafĂŒr aus, große Teile davon in einen Yachthafen umzuwandeln. Der Vorschlag wurde aber, unter anderem wegen der ungĂŒnstigen Lage (Strömungsgeschwindigkeit) am Ă€ußeren Rheinbogen, nicht umgesetzt.

Im Jahr 1997 waren alle – bis auf die denkmalwĂŒrdigen – Anlagenteile der Zementfabrik abgebrochen.cite-ref-37[28] Von 1998 bis 2000 wurde die Rheinuferpromenade von der Rheinaue in Richtung Königswinter, die bisher vom WerksgelĂ€nde unterbrochen worden war, nach PlĂ€nen des MĂŒnchener Landschaftsarchitekten Gottfried Hansjakob bei Kosten von 3,5 Millionen DM aus Mitteln der Entwicklungsmaßnahmecite-ref-15-5[9.2] um 400 m durch dieses hindurch erweitert und zugleich die Uferbefestigung (Kaimauern) saniert.cite-ref-32-1[9.7] Nach Abschluss der Maßnahme sollten die BĂŒrger Namen fĂŒr das Areal vorschlagen. „Eine Arbeitsgruppe von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, BĂŒrger-, Heimat- und Geschichtsvereinen sowie der Presse wĂ€hlte schließlich den Namen aus. Die einstimmige Entscheidung fiel schließlich auf BonnVisio, eine Idee von Carl Jakob Bachem, mit dem Zusatz: Innovationspark am Rhein“.cite-ref-38[29] Das Gebiet war auch in den StadtplĂ€nen so verzeichnet, selbst die Stadt Bonn machte damit Werbung auf ihrer Homepage.

Zehn Jahre lang, von 1990 bis 2000 hatten 13 Teilnehmer des 1. Zementfabrik-Wettbewerbs (5 bekannte BĂŒros und die beiden lokalen Architektengruppen), eine große Zahl Fachleute, unter ihnen Thomas Sieverts, Peter Zlonicky, die Bonner Planer Bergnecht und Fliege, sowie die Planungsabteilungen in den Ministerien und der Stadt Bonn, umfangreiche Planungen und Gutachten erarbeitet (darunter auch eine Diplomarbeit der Bergischen UniversitĂ€t Wuppertal)cite-ref-39[30] und das Feld fĂŒr Kommendes bereitet. Dabei wurden die unter Denkmalschutz gestellten GebĂ€ude, zwar durch Franz Josef Talbot, den Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bonn nicht völlig außer Acht gelassen, statisch konstruktive Sicherungsmaßnahme wurden aber nicht getroffen. Das fĂŒhrte unter anderem dazu, dass das Regenwasser des defekten Dachs der RohmĂŒhle ĂŒber die Jahre ins Mauerwerk eindrang und die Köpfe der Deckenbalken verfaulten.cite-ref-40[31]

Vom Innovationspark BonnVisio zum Bonner Bogen

Als erster Investor kauften im MĂ€rz 2000 die AktionĂ€re des Unternehmens GWI (Gesellschaft fĂŒr Wirtschaftsberatung und Informatik) mit der neugegrĂŒndeten Projektentwicklung- und Immobiliengesellschaft einen Teil des GelĂ€ndes. Gemeinsam mit der Stadt Bonn plante man eine Umgestaltung der ehemaligen Zementfabrik als BĂŒrokomplex unter dem Namen BonnVisio – Innovationspark am Rhein, wobei der Begriff „BonnVisio“ von der Gesellschaft ĂŒbernommen wurde.cite-ref-41[32]

Um die QualitĂ€t der unmittelbar geplanten Neubebauung und ihre weiteren Entwicklung abzusichern, richtete die GWI mit den Gesellschaftern Haas und Wilbertcite-ref-42[33] nach dem „Klöckner-Moeller-Flop“ einen zweiten Wettbewerb aus. Wieder war er „nicht offen“ als Einladungswettbewerb mit 14 Teilnehmern (aus Köln, Mainz und Bonn) und bestand aus einem stĂ€dtebaulichen Ideenteil, fĂŒr das gesamte GelĂ€nde zwischen dem T-Mobil-ÜbergangsgebĂ€ude und dem Rhein, wobei sich die Architekten an den Bebauungsplan halten und so eine Struktur – Baukörper, GebĂ€udehöhe, FreiflĂ€chen und Erschließung – entwickeln sollten und einem Realisierungsteil fĂŒr das sĂŒdöstliche GWI-Gebiet. Dazu waren detailliertere PlĂ€ne fĂŒr ein Multimedia- und Telematikzentrum verlangt.cite-ref-43[34] Zum Zeitpunkt der Ortsbesichtigung im Jahr 2002 war der Abriss der alten Anlagen noch nicht abgeschlossen.

Gefordert von den Architekten waren auch Ideen fĂŒr die weiteren rheinabwĂ€rts gelegenen Baufelder.cite-ref-44[9.10] Auslober waren: BTV.Development AG, DĂŒsseldorf, BonnVisio Immob.-Verw. GmbH & Co.KG, Köln, PARETO GmbH, Köln und federfĂŒhrend die PRO BONNUM GmbH, eine Tochtergesellschaft der Sparkasse Köln-Bonn. Die Jury unter Vorsitz des Kölner Architekten Walter von Lom vergab insgesamt vier Preise und drei Anerkennungen. Als Sieger des „begrenzten Ideen- und Realisierungswettbewerbs als Einladungswettbewerb“ wurde am 10. Juni 2002 der Bonner Architekt Karl-Heinz Schommer bekanntgegeben. Anders als die weiteren PreistrĂ€ger des Wettbewerbs „BonnVisio – Innovationspark“, die wie Schommer alle eine kleinteilige Struktur vorschlugen, sah sein 1. Preis U-förmige GebĂ€udetypen vor, die sich zum Rhein hin öffneten.cite-ref-45[35]

In Abweichung vom ursprĂŒnglichen Konzept des Siegerentwurfescite-ref-46[36] entwickelte Schommer mit der Gesellschaft eine Bebauung in drei Abschnitten.cite-ref-47[37] FĂŒr Bau und Vermietung der nicht direkt der GWI zugeordneten FlĂ€chen wurden drei Objektgesellschaften unter den Namen Rheinwerk 1, 2 und 3 gegrĂŒndet. Mit Beginn des ersten Bauabschnitts im Dezember 2002 wurde die im sĂŒdöstlich Teil des Areals liegende denkmalgeschĂŒtzte Direktorenvilla saniert und durch zwei neue BĂŒrokomplexe ergĂ€nzt.cite-ref-48[38] Die Fertigstellung erfolgte im April 2004. Im zweiten Bauabschnitt wurde ab Januar 2004cite-ref-49[39] die historische und denkmalgeschĂŒtzte SteinmĂŒhle, die sogenannte RohmĂŒhle wegen statisch und konstruktiver BauschĂ€dencite-ref-50[40] technisch aufwendig saniert, durch einen modernen Anbau mit Glasfassade umhĂŒllt und als BĂŒrogebĂ€ude genutzt. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2006. Parallel dazu wurde als „Rheinwerk 1“ hinter der RohmĂŒhle ein moderner BĂŒrokomplex aus drei GebĂ€udeteilen in U-Form bis Ende 2005 errichtet.cite-ref-51[41]

Kurz vor der Vorstellung des Projekts auf der „MIPIM“ und der „Expo Real“ im Herbst 2007, wurde aus „BonnVisio“ plötzlich der „Bonner Bogen“cite-ref-52[42], was von der Rhein-Zeitungcite-ref-53[43] und der Bonner Rundschaucite-ref-54[44] ĂŒbernommen wurde. Erst zwei Jahre spĂ€ter, als der Name „Bonner Bogen“ auf den Autobahnhinweisschildern auftauchte sorgte diese Umbenennung in der Bezirksvertretung fĂŒr Verwirrung. Es stellte sich heraus, dass der von der Stadt ĂŒber eine Agentur gesucht und gefunden wurde. Und zwar fĂŒr einen Fußweg. Wieso sich diese Bezeichnung inzwischen durchgesetzt hatte, „vermochte niemand aus der Verwaltung zu beantworten... aber das sei ‚nicht sauber‘ gelaufen. Der Investor hat sich den Namen ja praktisch - in AnfĂŒhrungsstrichen - ergaunert. Das Gebiet heißt eigentlich BonnVisio“, so Stadtrat Georg Fenninger.cite-ref-55[45]

Danach begann die Planung fĂŒr den Bauabschnitt „Rheinwerk 2“ mit dem 5-Sterne Hotel „Elysion“, dessen PlĂ€ne ebenfalls auf der Expo Real ausgestellt worden waren.cite-ref-56[46] SpĂ€ter wurde daraus das „Kameha Grand“ (Fertigstellung 2009), das als großformatiges „Raumschiff“cite-ref-57[47] von Schommers Wettbewerbsplan abwich, aber damit das Problem einer Bebauung in der zweiten Reihe umging. Nachdem im Jahr 2008 das „Rheinwerk 2“ vollendet war, wurde dann bis 2014 das „Rheinwerk 3“ realisiert. Die Absichten der Landesentwicklungsgesellschaft aus dem Jahr 2007, auf dem sĂŒdlichen, benachbarten GelĂ€nde der ehemaligen „Sackfabrik Duwe“ zusĂ€tzlich Luxuswohnungen zu errichten, wurden im rheinseitigen Teil aufgrund des Ausweises als Retentionsgebiet wegen der Baumaßnahmen der geplanten S-Bahnlinie 13 zunĂ€chst bis voraussichtlich 2017 verschoben. Bis zu einer endgĂŒltigen Planung befindet sich auf diesem GelĂ€nde in den Sommermonaten die Bonner Strandbar.

Anfang 2017 wurde bekannt, dass in diesem sĂŒdlichen Teil ein Glaspavillon geplant, die Sanierung des denkmalgeschĂŒtzten Wasserturmscite-ref-58[48] wegen fehlender Fördermittel nach zwei AnlĂ€ufen gescheitert sei und „der Bonner Bogen weiter wĂ€chst“.cite-ref-59[49] Das Sanierungsvorhaben wurde schließlich konkreter, nachdem Mitte 2020 bekannt wurde, dass das Land NRW entsprechende Fördergelder bewilligt habe.cite-ref-60[50] Die Sanierung sollte 2021 beginnen.

Der Bonner Bogen und seine Nutzung

Die Rheinpromenade ist als breiter Rad- und Fußweg oberhalb der alten aus Basaltblöcken errichteten Werft- bzw. Kaimauer des ehemaligen Zementwerks durch das GelĂ€nde gefĂŒhrt. Hier befinden sich diverse SitzbĂ€nke mit guter Aussicht auf das Rheintal. Die im sĂŒdöstlichen Teil des GelĂ€ndes liegende Direktorenvilla wird von der UniversitĂ€t Bonn genutzt und die weiteren GebĂ€udeteile auf diesem Areal nimmt seit 2004 die Zentrale der Agfa HealthCare GmbH ein.cite-ref-61[51]

Folgt man dem Rhein flussaufwĂ€rts, so steht westlich der Direktorenvilla die RohmĂŒhle. Im Erdgeschoss befinden sich BĂŒrorĂ€ume, ein Restaurant und ein CafĂ©. Die dahinter liegenden drei Neubauten U-Körper, SolitĂ€r Nord und SolitĂ€r SĂŒd sind die BĂŒroflĂ€chen des sogenannten Rheinwerk 1, die von der gleichnamigen Objektgesellschaft einzeln vermietet werden. Die meisten Mieterfirmen gehören zur IT-, Beratungs- und Technologiebranche, insgesamt stehen derzeit in Rheinwerk 1 zirka 13.600 mÂČ BĂŒroflĂ€che zur VerfĂŒgung. Weiter westlich des Rheinwerk 1 entstand von 2007 bis 2009 das bis zu fĂŒnf Stockwerke hohe, elliptisch geformte Designhotel Kameha Grand. Von der 31.100 mÂČ großen BruttogeschossflĂ€che ist mehr als ein Drittel unterirdisch.

Neben der Hotel-Baustelle wurde 2008 der BĂŒrokomplex „Rheinwerk 2“ fertiggestellt. Ähnlich dem östlich gelegenen „Rheinwerk 1“ besteht es aus vier Einzelbauten, die sich um eine GrĂŒnanlage gruppieren. Rheinseitig erhebt sich ein viergeschossiger GebĂ€uderiegel mit Ziegelfassade, der sich gestalterisch an die historische RohmĂŒhle anlehnt. Nach Norden schließen sich zwei ebenfalls viergeschossige Bauten mit Vollglas-Fassade an, die die zentrale GrĂŒnflĂ€che begrenzen. Den nördlichen Abschluss des Ensembles bildet ein sechsgeschossiger U-förmiger Bau, der ebenfalls ĂŒber eine Vollverglasung verfĂŒgt.

2010 wurde im östlich angrenzenden Teil des Bonner Bogens, dem GrundstĂŒck der ehemaligen Sackfabrik Duwe, ein weiterer BĂŒrokomplex am Konrad-Zuse-Platz fertiggestellt. Das private FirmengebĂ€ude hebt sich durch den wabenförmigen Grundriss (Oktogon) sowie die gelb-weiße Farbgebung ab.

Westlich des „Rheinwerk 2“ sind von MĂ€rz 2012 bis Anfang 2014 unter dem Namen „Rheinwerk 3“ drei weitere BĂŒrogebĂ€ude entstanden. Es handelt sich um langgestreckte Riegel, die sich senkrecht zum Rhein auffĂ€chern. Der Komplex schließt den Bogen nach Westen hin ab. Es grenzt unmittelbar an das Landschaftsschutzgebiet der Beueler Rheinaue.cite-ref-62[52] Die Fertigstellung erfolgte im Februar 2014.cite-ref-63[53]cite-ref-ga20140222-64-0[54]

GegenĂŒber dem Wasserturm, entlang der Bahntrasse sĂŒdlich der Heinrich-Konen-Straße, wurde im FrĂŒhjahr 2012 ein Parkhaus mit rund 520 StellplĂ€tzen fertiggestellt. Zum Konrad-Zuse-Platz gewandt, unmittelbar vor dem Parkhaus und rĂŒckseitig mit diesem verbunden, wurde von 2012 bis Ende 2013 ein weiteres fĂŒnfstöckiges BĂŒrogebĂ€ude von GPG-Architekten errichtet. Das GebĂ€ude wurde zunĂ€chst „Haus der freien Berufe“ genannt und Ende 2013 der Adresse entsprechend in „Konrad-Zuse-Platz 5“ umbenannt. Im Erdgeschoss haben sich ein Restaurant sowie ein KĂŒchenstudio angesiedelt.cite-ref-65[55] Im September 2014 wurde die Baugenehmigung fĂŒr einen eigenen Schiffsanleger am Bonner Bogen erteilt. Zur Saisoneröffnung Anfang April 2015 wurde er in den Schifffahrtsbetrieb der Bonner Personenschifffahrtsgesellschaft aufgenommen, am 22. April erfolgte die offizielle Einweihung.cite-ref-66[56]

Vollendung des Bonner Bogens

Weitere Expansionsmöglichkeiten auf dem Areal boten sich im Bereich zwischen Landgrabenweg und der Bahntrasse, in dem bis Anfang 2008 provisorische BĂŒrobauten von T-Mobile standen. FĂŒr dieses GrundstĂŒck mit einer FlĂ€che von 37.085 mÂČ, das die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) fĂŒr die Stadt treuhĂ€nderisch betrieb, waren nach dem dort gĂŒltigen Bebauungsplan fĂŒnf- bis sechsgeschossige BĂŒro- und VerwaltungsgebĂ€ude vorgesehen, reine BĂŒronutzungen wurden jedoch u. a. vom Investor Jörg Haas in Frage gestellt.cite-ref-67[57]

Vom Kölner Projektentwickler Ewald Hohr wurden in drei Bauabschnitten insgesamt 22 GebĂ€ude, darunter BĂŒrogebĂ€ude fĂŒr etwa 2000 ArbeitsplĂ€tze, Wohnungen, LĂ€den und Restaurants unter dem Namen „Rhein-Palais“ geplant.cite-ref-68[58] Die Freiraumgestaltung wurde an das BĂŒro RMP Stephan Lenzen vergeben.cite-ref-69[59] Mit seinen weißen „Lochfassaden“cite-ref-70[60] konstruiert als „Holzbetonhybrid“ aus vorgefertigten Holztafelelementencite-ref-71[61] orientiert sich der ĂŒber das gesamten BaugrundstĂŒck homogene Komplex eher an der Architektur der Hochgarage mit dem „Haus der freien Berufe“cite-ref-72[62] und des DLR-Blocks, die alle am Konrad-Zuse-Platz liegen, und weniger an der vielgestaltigen Bautypologie der Bauten von BonnVisio.cite-ref-73[63]

Beim Aushub der Baugrube fĂŒr den ersten Bauabschnitt gegenĂŒber dem Hotel Kameha wurden dann im Jahre 2012 „mehr als 500 frĂ€nkische GrĂ€ber aus der merowingischen Zeit durch die ArchĂ€ologen der Grabungsfirma Archbau im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland freigelegt und zahlreiche FundstĂŒcke sichergestellt.“cite-ref-74[64] Das Bauprojekt wurde 2015 begonnen und der erste Bauabschnitt am Konrad-Zuse-Platz im Jahr 2017 eingeweiht. Bauherr des Komplexes ist die „Quadriga Colonia 01 GmbH & Co. KG“ mit Kaspar Kraemer Architekten, Köln.

Seit 2015 war auch ein 100 m hohes BĂŒrohochhaus mit Namen „Sunnyside Tower“ im Anschluss an das „Rhein-Palais“ geplant. Das Hochhaus fĂŒr etwa 80 Millionen Euro wurde aber nach Dissens mit der Stadt nicht gebaut.cite-ref-75[65] Ein weiterer Grund fĂŒr den „holprigen Auftakt“ (Zitat Ewald Hohr) des Bauvorhabens war der Wunsch der Stadt, in dem „Business-District“ mit phantasiereichen Benennungen von Hochbauten und Außenbereichencite-ref-76[66], Wohnraum zu schaffen, was der Investor wegen des BahnlĂ€rms nicht fĂŒr möglich erachtete.cite-ref-77[67]

Nach Auseinandersetzungen des Investors mit der Stadt ĂŒber die Beseitigung von Altlasten fĂŒr den zweiten und dritten Bauabschnitt sollte der gesamte Komplex bis 2020 fertiggestellt werden, bei voraussichtlichen Kosten von 200 Millionen Euro.cite-ref-78[68] Die Verzögerungen durch einen Rechtstreit zwischen Investor und der Stadt fĂŒhrten dazu, dass bis April 2020 nur der erste Bauabschnitt realisiert werden konnte.cite-ref-79[69] Auch zwei Jahre, nachdem „Richter Stefan Bellin im November 2019 die KomplexitĂ€t des Falles dargelegtcite-ref-80[70] und die Stadt Bonn und den Investor des Rhein-Palais am Bonner Bogen, Ewald Hohr, aufgefordert hatte sich außergerichtlich zu einigen“,cite-ref-81[71] war die Baustelle im gleichen Zustand.cite-ref-82[72]

Nachdem der Kölner Investor GesprĂ€chsbereitschaft gezeigt hatte und sich das Verfahren beim „Millionenpoker“ (zit. Holger Willcke) als sehr kompliziert erwies, schlug die Kammer des Landgerichts Anfang 2023 der Stadt Bonn und der NRW Urban GmbH (ein hundertprozentiges Beteiligungsunternehmen des Landes Nordrhein-Westfalen) als Beklagte und der KlĂ€gerin, der Firma Quadriga Colonia (Ewald Hohrcite-ref-83[73]), einen Vergleich vor. „Demnach sollen die Beklagten 5 113 484,44 Euro als EntschĂ€digung fĂŒr den Mehraufwand bei der Altlastenbeseitigung an das Bauunternehmen bezahlen.“cite-ref-84[74]

Literatur

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‱ Angelika Schyma, Elke Janßen-Schnabel: Das ehemalige Parlaments- und Regierungsviertel in Bonn: Topografie einer Demokratie (= LVR-Amt fĂŒr Denkmalpflege im Rheinland, Andrea Pufke [Hrsg.]: Arbeitshefte der Rheinischen Denkmalpflege, Band 87). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2024, ISBN 978-3-7319-1398-6, S. 214–216.

Weblinks

Commons

: Bonner Bogen

– Sammlung von Bildern

‱ Walter Buschmann: Bonner Zementfabrik. Rheinische Industriekultur e. V. 2004–2006
‱ Chronik und Pressespiegel des Heimatvereins Bonn-Oberkassel (Memento vom 7. Juni 2013 im Internet Archive)
‱ Bonner Bogen und Portland Zementwerk – Die Geschichte der ehemaligen Zementfabrik und des heutigen Bonner Bogens. Webseite des BĂŒrgervereins Ramersdorf
‱ Website der Betreibergesellschaft „BonnVisio“. Abgerufen am 26. Januar 2016.
‱ Bundesviertel und Bonner Bogen. offizielle Webseite der Stadt Bonn

Einzelnachweise und Anmerkungen

cite-note-11. ↑ General-Anzeiger Bonn
cite-note-22. ↑ General-Anzeiger Bonn
cite-note-33. ↑ Die Grenze zwischen den Ortsteilen Oberkassel und Ramersdorf verlĂ€uft in den Straßen Heinrich-Konen-Straße – Konrad-Zuse-Platz – Rheinwerkallee, wĂ€hrend die Grenze zwischen den Gemarkungen Beuel und Oberkassel ab dem Konrad-Zuse-Platz vom Oberkasseler Ufer gebildet wird, sodass der Großteil des GelĂ€ndes in der Gemarkung Beuel liegt.
cite-note-44. ↑ Kurzer und direkter Weg an die Promenade, General-Anzeiger, 6. September 2005
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